Farben im Büro – klar, aber welche? 2

Viele verschiedene Farben machen ein Büro unruhig, aber ein Büro ohne Farbe wirkt trist oder zumindest steril. Ähnlich einem Blumenstrauß bringen farbige Gegenstände einfach Leben ins Büro. Doch Vorsicht: Farbberater empfehlen für Arbeitsflächen oder Flächen im ständigen Blickfeld möglichst neutrale Farben, in der Farbgestaltung unbunte Farben genannt.

In der Folge kommen wir auf das berühmt, berüchtigte Grau, da Weiß als eine der unbunten Alternativen meist zu stark reflektiert und sich Schwarz in der Praxis als eine sehr kratz- und schmutzempfindliche Oberfläche erweist. Aber keine Angst vor Grau! Zum einen gibt es unendlich viele verschiedene Graus, die im Nebeneinander durchaus lebendig wirken, zum anderen empfiehlt die Farbergonomie, vor allem bei größeren Flächen im hellen Bereich zu bleiben.
Auf Wandflächen erzeugt je nach Beleuchtung schon ein leicht abgetöntes Weiß den Eindruck eines Grautones. Diesen dann gekonnt gegen andere Grautöne gesetzt, beginnt sich die Palette von farbigen Graus aufzufächern. Schon um die Grundhelligkeit im Raum zu erhalten empfehlen sich hierfür sehr helle Farben, also neben Spielarten von Hellgrau auch Pastelltöne. Allerdings muss speziell bei Oberflächen von Schreibtischen ein hoher Reflexionsgrad vermieden werden, direkte Reflexionen wirken hier besonders störend. Das bedeutet für Arbeitstische zwar helle, aber unbedingt matte, nicht glänzende Oberflächen.

Helle oder bei kleineren Flächen auch mittlere Grautöne lassen sich wunderbar mit den ebenfalls hellen Tönen von Naturholz kombinieren, die dann die meist kühl anmutenden Grautöne mit ihrer warmen Farbigkeit abrunden. Diese warmtonige Rolle des Holzes kann natürlich auch von anderen Materialien übernommen werden, zum Beispiel von Sandstein – wie im Stadtbild von Paris – sowie von entsprechend ausgewählten Laminaten oder Teppichböden.

Ein derartiger farbiger Grundklang im Raum wirkt nie langweilig, da er auf einer Harmonie kalter und warmer Töne aufgebaut ist. Und er ist beruhigend, da er auf starke Kontraste verzichtet. Hier sind wir beim Geheimnis einer guten visuellen Ergonomie im Büro: Jede Reizüberflutung vermeiden, dabei aber dem Blick die Möglichkeit zur Abwechslung geben. Neben dem Blick aus dem Fenster sind das auch farbige Akzente und kontrastreiche Strukturen im Raum, wie zum Beispiel Raumteiler oder Regalsysteme.

Kontraste kommen meist durch alle weiteren Gebrauchsgegenstände ins Spiel beziehungsweise ins Büro. Normalerweise setzt man mit den Drehstühlen am Arbeitsplatz dunkle oder auch farbige Akzente. Viele Modelle bieten eine Kombination aus Schwarz bzw. Anthrazit mit einer starken Farbe, eine aktuelle Besonderheit sind Rückenlehnen oder auch Sitzflächen aus farbigem Netzstoff, der das Licht farbig leuchtend durchscheinen lässt.

Als allgemeine Grundregel für die Anwendung von Farbe lässt sich formulieren: Je kleiner die Fläche, desto gesättigter (= reiner, stärker) die Farbe – je größer die Fläche, desto abgetönter (= vergrauter, schwächer) die Farbe. Ähnliches gilt für das Hell-dunkel: Je kleiner die Fläche, desto dunkler kann sie, je größer die Fläche, desto heller sollte sie im Allgemeinen sein. Die verschiedene Grautöne eines Raumes wirken vermittelnd zwischen den Farbakzenten, die eher von verschiedenen Gegenständen oder von kleinflächigen Elementen ausgehen sollten. Im Prinzip wird es an einem farbergonomisch stimmigen Arbeitsplatz immer um eine Balance zwischen beruhigenden Flächen und anregenden Details gehen.

Caravaggio Caravaggio Caravaggio
Revolutionär und Plätzchenbäcker

Farben im Büro – klar, aber welche?
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2 thoughts on “Farben im Büro – klar, aber welche?

  1. Reply Carla Ceccarelli Apr 9,2014 09:48

    Meine Tochter (6) wünscht sich zum Schulstart unbedingt einen kleinen Kinderstuhl in rosa/pink. Ich sorge mich aber, dass ihr die Farbe in einem Jahr schon über ist. Habt Ihr eine Empfehlung, wie man damit umgeht? Halten teure Kinderdrehstühle tatsächlich auch länger und sind die besser für den Körperhaltung oder kann man ruhig gümnstige so um die 25 Euro kaufen und lieber häufiger tauschen wenn sie kaputt sind. Damit wäre ja auch das Farbproblem gelöst.
    Danke für Euren Tipp!

    • Reply Sebastian Apr 10,2014 17:50

      Pauschal lässt sich das nur sehr schwer beantworten. Die ‚teureren‘ Stühle sind meist sehr hochwertig verarbeitet und bieten einige Features die bei den Einstiegsmodellen fehlen. Unser Kid Move zum Beispiel wächst über mehrere Jahre mit dem Kind und ist damit ein treuer Begleiter bis zu einer Körpergröße von 1,70m! Ist ein häufiger Farbwechsel gewünscht, spricht sicher auch nichts gegen die günstigen Stühle. 😉

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